Als mündiger Bürger wird es einem heut zu Tage in Nordholz nicht gerade
leicht gemacht an unsere Staatsform zu glauben. Ich kann die
Jugendlichen verstehen, die der Meinung sind: "Ich gehe nicht zum
Wählen, man kann ja so oder so nichts ändern!" Jedenfalls in NORDHOLZ.
Das ich diesem Gedanken einmal folgen kann, dass hätte ich mir noch vor
2 Monaten nicht vorstellen können, aber der Nordholzer Gemeinderat macht
es möglich.
Nach meinem Demokratieverständnis löst man Probleme, in dem man sie mit
den Betroffenen diskutiert und dann gemeinsam nach Lösungen sucht.
Natürlich sind dabei nicht alle der gleichen Meinung. Natürlich müssen
am Ende dieses Prozesses Entscheidungen gefällt werden. Natürlich
gefallen diese Entscheidungen längst nicht allen Betroffenen. Aber das
ist gelebte Bürgernähe. Das wäre Demokratie. Kann es vielleicht sein,
dass nach einer Amtszeit von nunmehr 11 Jahren vielleicht eine gewisse
Überheblichkeit an der Spitze des Nordholzer Gemeinderates eingekehrt
ist? Anders ist es nicht zu erklären, dass Bürger, und zwar die gleichen
Bürger, die es unserem Bürgermeister ermöglicht haben, sein Amt
auszuüben, nach einer Frage, die sie bewegt, folgende Antwort erhielten:
""Es werden nur Fragen zu den Tagesordnungspunkten behandelt."
Zur Erklärung: Im Anschluss an eine öffentliche Schulausschusssitzung
wurde eine "Bürgerfragestunde" angesetzt. Nun erdreisteten sich doch die
Bürger in einer Schulausschusssitzung nach der Unterbringung von
Hortkindern in der Schule fragen zu wollen. Sicher!!! Nach 11 Jahren
Amtszeit hätte ich mich den Fragen MEINER Bürger auch nicht mehr
gestellt. Die Antwort (noch nicht einmal von Herrn Jährling persönlich,
sonder von seinem "Vorredner"): "Es werden nur Fragen zu den
Tagesordnungspunkten behandelt", war da doch viel einfacher als mich
einer schon längst im stillen Kämmerlein getroffenen Entscheidung zu
stellen. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, Herr Jährling, dass
sie IHRE Bürger so abspeisen!
Alle unmittelbar betroffenen Personen: Eltern der Hortkinder, Eltern der
Schulkinder, Lehrerkollegium und letztendlich die Betreuer der
Hortkinder, Herr Jährling, sprechen sich gegen den Umzug der Hortkinder
in die Schule aus. Meine ganz einfach Frage: "Warum suchen Sie nicht die
Auseinandersetzung? Haben Sie vielleicht Angst, es könnte vielleicht ein
anderer eine bessere Idee haben? In Ihrem Interview in der
Nordseezeitung vom 23.11.2009 sagen Sie: "Die Schule könnte bei ihrem
Wunschzettel auch einmal ans Sparen denken. Wir können die Schule nicht
in den Luxusbereich heben". Ich sage: "Das verlangt auch gar keiner.
Aber die Kinder sind unsere Zukunft und wenn Sie das vergessen haben
sollten, dann wird mir nun vieles klarer."
Beruflich komme ich sehr viel in Kontakt mit jungen Familien, die sich
beruflich in neue Umgebungen orientieren müssen. Sie glauben gar nicht,
wie oft ich nach Einzelheiten aus der Schul- und Kindergartenlandschaft
gefragt werde, auch aus Nordholz. Hoffentlich zwingen Sie mich nicht
eines Tages dazu, die Unwahrheit zu sagen, um für unsere schöne Gemeinde
zu werben.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß in Ihrem Kämmerlein, wenn Sie zusammen
mit Ihren Ratsmitgliedern, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit dem
Träger des Kinderhortes, der DRK, über die Zukunft unserer Kinder
entscheiden. Ich hoffe, Sie treffen dabei eine Entscheidung, die auch
Ihre WÄHLER akzeptieren können. Ansonsten mach ich es bei der nächsten
Kommunalwahl vielleicht wie die Eingangs zitierten Jugendlichen: Ich geh
einfach nicht hin, weil man ja so oder so nichts ändern kann.
Marcus Carl
Vater eines Hort- und Schulkindes