Nordholz (thm). Mel Baßner und Daniel Ropers aus Bad Berderkesa, Rieke Meyer aus Schiffdorf- Wedel, Katharina Koop aus Neuenwalde, Dustin Grimsmann aus Flögeln und Laura Betjemann aus Bokel haben beim Plattdeutschen Lesewettbewerb, Dezernatsentscheid Altkreis Wesermünde gewonnen und dürfen demnächst beim Bezirksentscheid mitmachen. Am einfachsten hatte es Daniel Ropers vom NIG in Beers, weil er der einzige Kandidat in seiner Klasse war und damit schon vor dem Wettbewerb gewonnen hatte. 98 Schüler und Jugendliche in sechs Gruppen haben ihrer Jury plattdeutsche Texte vorgelesen. In den Gruppen drei, vier, fünf und sechs war ein „Stechen“ notwendig, um die drei Erstplatzierten zu ermitteln. Die vorgetragenen Texte konnten frei gewählt werden. Der den Wettbewerb ausrichtende Landesverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden machte aber auch Vorschläge. Zur Entscheidung waren die Teilnehmer in die Aula der Nordholzer Grundschule gekommen. Moralischen Beistand im Wettkampf lieferten viele Eltern und Großeltern. Der Förderverein der Grundschule hatte mit Kaffee und Kuchen, heißen Würstchen, Brezeln und Erfrischungsgetränken für die nötige Stärkung im Wettstreit gesorgt. Schulleiter Georg Schillmöller begrüßte die Teilnehmer auf Platt und erklärte die Regularien. Zur Einstimmung verlas Adolf Wohlers eine plattdeutsche Geschichte von einem 80 jährigen Mann, der zum ersten Mal nach Amerika fliegt. „Für mich ist Plattdeutsch die schönste Musik die es gibt“, sagte der Midlumer Plattdeutschexperte und erinnerte daran, dass Platt von der Bretagne bis nach Königsberg gesprochen wird. Die teilnehmenden Schüler und Jugendlichen hatten sich zunächst in ihren Klassen qualifiziert. Über den Schulentscheid sind sie zum „Viertelfinale“ nach Nordholz gekommen. Demnächst geht es über den Bezirksentscheid zum Landeswettbewerb. Die Aktion wurde durch die Finanzgruppe des Sparkassenverbandes Niedersachsen gefördert . Jeder der Teilnehmer hat eine Urkunde erhalten, die Sieger erhielten zusätzlich ein Buch oder eine CD. „Plattdeutsch ist im aktiven Sprachgebrauch immer schwächer vertreten, weil die Kinder kaum noch Platt hören“, sagt Georg Schillmöller. An der Nordholzer Grundschule bekommen die Schüler plattdeutsche Texte und müssen auf „Spurensuche“ gehen, sich in der Familie oder in der Nachbarschaft eine Person suchen, die den Sinn der Worte erklärt und bei der Aussprache behilflich ist. „Platt muss wie eine Fremdsprache erlernt werden. Wir wollen die Begegnung mit der plattdeutschen Sprache herstellen und hoffen, dass die Schüler die Sprache lieben lernen. Der Spaß steht dabei im Vordergrund“, erklärt der Nordholzer Schulleiter.