Nordholz (thm). Zum wiederholten Mal ist die Nordholzer Grundschule als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden. Damit werden die vielfältigen Aktivitäten der Bildungseinrichtung zu dem Thema Umweltschutz und der nachhaltigen Nutzung der auf dieser Welt vorhandenen Ressourcen gewürdigt. Wie jeder Besucher der Schule sofort erleben kann, werden die brisanten Themen nicht nur unterrichtet. Die Themen sind im Leitbild sowie im Schulprogramm verankert und es wird täglich danach gelebt. Als besonderer Grund für die Auszeichnung kann exemplarisch der Einsatz von „Energiespardetektiven“ genannt werden. Diese Schüler achten in der gesamten Schule darauf, dass der Verbrauch elektrische Energie wo immer möglich eingespart bzw. reduziert wird. Dazu wurden alle Verbraucher der Schule aufgenommen, ihr Bedarf gemessen und Einsparmöglichkeiten geprüft. Durch die Innovationen der findigen Detektive konnte der Stromverbrauch der Grundschule um 20 Prozent verringert werden. Das eingesparte Geld reicht aus, um kostenneutral den etwas teuren Ökostrom beziehen zu können. Natürlich machen sich die Schüler auch Gedanken wo in ihrem Elternhaus Strom gespart werden kann, ist jede Fahrt mit dem Familienauto notwendig oder was passiert wenn plötzlich kein Strom mehr aus der Steckdose kommt. „Leider hat der Schulträger bis heute nicht entschieden, ob auf dem Dach der Grundschule eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung installiert werden kann“, sagt Georg Schillmöller. „Die Schüler könnten täglich den Energiegewinn ablesen und ihre Schlüsse aus den Werten ziehen“, erklärt der Schulleiter weiter. Wie weit die Gedanken der Schüler und ihrer Lehrer gehen, zeigt das Laufenten- Projekt. Hier wurde eine Schülergenossenschaft gegründet, die zwei indische Laufenten in ihrem Bestand hat und die Tiere an Gartenbesitzer zur Bekämpfung der Schneckenplage vermietet. Die Schüler Rieke Peiser, Jana Achilles und Finnole Plümer kümmern sich um die Tiere, füttern die Enten, reinigen den Stall und bringen die umweltfreundlichen „Schneckenvernichter“ zu ihren Kunden. „Hubert“ und „Elsbeth“ werden mit einer Mischung aus Mais und Weizen gefüttert. „Im Futter sind außerdem kleine Stückchen von Muschelkalk enthalten, damit die Enten ihre Nahrung besser verarbeiten können“, klärt Finnole Plümer auf. Die Enten waren bisher in drei Gärten im Einsatz. Der große Wunsch der Preisträger wäre eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Umweltschutz in Nordholz, bei der sich die Schule, die Verwaltung, Parteien, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen präsentieren und zeigen was sie für den Umweltschutz tun. Dabei könnte die Schule zum Referenzzentrum für energetische Optimierung werden. Durch internationale Schulpartnerschaften wie der Nordholzer Grundschule mit der niederländischen Schule „de Starter“ in Groningen wird der Gedanke der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, auf niederländisch „Duurzame Ontwikkeling“ weiter getragen und verstärkt. Für 2010 ist ein Projekt mit dem Namen „Sciene Kamp 2010“, in dem die Konzepte der beiden Schulen vorgestellt werden, in Nordholz geplant.


